Was waren das früher für Zeiten! Nicht wegen der Umsätze, sondern eher wegen der Sorglosigkeit mit der man damit umgehen konnte. 3 Monate durcharbeiten, dann wieder ein Kurztrip. Mal auch etwas länger. Das ging halt noch als man noch Single war, ohne Kinder und ungebunden. Irgendwie cool, vor allem weil fast die ganze Clique auch Taxi fuhr.
18.00 Uhr, Schichtanfang. Geschäftsleute nach Hause oder zum Bahnhof. Mal auch zum Flughafen. Messegäste ins Hotel. 20.00 Uhr Ladenschluss – voll gepackte Einkaufstüten mit ihren Besitzern nach Hause oder noch irgendwohin auf’n Bierchen oder Kaffee. Dann die Gäste, die sich ins Nachtleben stürzen. Zwischen 21.00 und 23.00 Uhr dann alles etwas ruhiger, da jeder irgendwo ist: im Kino, im Theater, beim Essen oder wo auch immer. Bis etwa Mitternacht, dann zieht’s an. Die Leute wollen nach Hause oder in die Disco, noch ein paar Stunden tanzen. Ab dann eigentlich nur noch Spät- oder auch Frühheimkehrer, alle in einem mehr oder weniger lustigen Zustand.
Probleme oder Schwierigkeiten mit den Gästen? Nein, die hatte ich nie. Auch keine Angst davor, denn unsere Stadt hier ist in der Beziehung relativ ruhig, und das ist schön so. „Haben Sie noch Platz für einen Kasten Bier und ein Schnitzel?“ – Standardfrage aller, die ihren gehaltvollen Humor nicht mehr ganz im Griff haben oder vor der ebenfalls mitfahrenden Begleiterin den Coolen markieren wollen und damit andeuten, dass sie gleich kotzen. Kotzen tut bei so einem Kommentar nur der Fahrer! Je öfter man diesen hört, umso mehr geht er einem auf den Nerv weil er eigentlich nicht lustig sondern nur blöd ist. Ebenso wie die viel zitierte „Stadtrundfahrt“, die beim klareren Blick und zweiten Hinsehen dann doch keine ist.
Ab 03.00 Uhr Früh dann auch wieder die ersten die in die Arbeit unterwegs sind – Postangestellte, Fahrpersonal der Verkehrsbetriebe, Zeitungstouren, gemischt mit den Übriggebliebenen der Nacht oder den Damen des Gewerbes die ebenfalls nach harter Arbeit nach Hause wollen.
Und dann, um 06.00 Uhr, öffnet die Lieblingsbäckerei am Eck. Die warmen Semmeln und Brezen werden geholt, das Auto geparkt, man trifft sich mit den Kollegen zum Frühstück, was eigentlich das Abendessen in einem „normalen“ Rhythmus ist, und geht dann Schlafen! Im Sommer auch schon mal am Fluss oder am See, wo man dann der Erste ist und wirklich seine Ruhe hat.
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